Korrektur nach Ravitch

Die folgende Aufstellung schildert den Operationsverlauf und die Eigenschaften der Operation in einem Normalfall. Zu beachten ist, dass sich die angegebenen Fakten selbst bei kleineren Komplikationen drastisch verändern können. Diese Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Operationsvorgang
Der Brustkorb wird durch einen mehrere Zentimeter langen vertikalen (bei Männern) bzw. horizontalen Schnitt (bei Frauen, unterhalb der Brüste) geöffnet. Das Brustbein wird operativ in die richtige Lage gebracht und dort fixiert. Dazu wird das Brustbein freigesägt, die Rippen in die richtige Form gebogen (oder gesägt und mit Schrauben fixiert). Dann wird das Brustbein mittels eines keilförmigen Einschnittes biegbar gemacht und an den korrigierten Rippen durch Implantate befestigt. Die Implantate verbleiben bis zu zwei Jahre im Brustkorb.
Bei der Ravitch-Technik gibt es viele verschiedene Varianten (u.a. Erlanger Methode). Am Besten erkundigt man sich bei den jeweiligen Kliniken nach dem genauen OP-Verlauf. Die Ravitch-Methode wird bei Betroffenen angewendet, bei denen die OP nach Nuss nicht angewendet werden kann. Außderdem kann es sein, dass einige Kliniken ausschließlich OPs nach Ravitch durchführen.

Zusätzliche Eingriffe
Zusatzkorrektur zu Nuss, Ravitch und Leonard: Häufig sind die untersten Rippen bei Trichterbrustpatienten auch fehlgeformt. Diese können korrigiert werden, indem sie entfernt werden, jedoch mit Beibehaltung der Knorpelhaut. Dadurch bilden sich die Rippen neu, nach der grossen Korrekur aber in der richtigen Form. Es entstehen zusätliche Narben, je nach Korrekturmethode.

Dauer der Operation
Ca. 120-300 Minuten.

Dauer des Krankenhausaufenthaltes
Ca. 1 bis 3 Wochen.

Alter der Patienten
Alle Altersklassen.

Einsatzfähigkeit
Nach ca. 4 bis 6 Wochen.

Risiken und Nebenwirkungen
– Allgemeines Narkoserisiko
– Lockerung der befestigten Implantate
– Die Trichterbrust kann sich postoperativ wieder zurückbilden
– Infektionsrisiko
– Risiken durch die evtl. verwendete Periduralanästhesie (u.a. Querschnittslämung)
– Risiko eines asymmetrischen Ergebnisses
– Verletzungsrisiko von Lunge und Herz
– Pneumothorax (Luft im Brustkorb, welche ein Zusammenfallen der Lungen bewirken kann)
– Pseudarthrosen (Nichtheilen der Knochen oder Knorpel)
– Bei jungen Patientinnen: Eventuelle Verformung der heranwachsenden Brüste
– Notwendigkeit eventueller Nachoperation

Quellen
PD Dr. Till, Kinderchirurgische Klinik, Universität München

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